Donnerstag, 19. Mai 2011

Ein wenig "scharf", eine Walnusskapitale und eine neue Copy&Paste Dimension

13 Mai 2011 - oder auch Freitag, der 13!!!!!
Der Tag war eher ruhig und es ging alles seinen Gang
Unsere Präsentation für Montag nahm langsam Form an und auch Inhalt. ;-)
Am Abend wollten wir Dan seinen Wunsch nach "Dan Dan Noodles" erfüllen. Der erste Restaurant Trip erwies sich leider nur als beleuchtete Hofeinfahrt ohne Restaurant. Kurz improvisiert und schon hatten wir ein kleines -eher nicht so feines- Sezchuan Restaurant gefunden.
Sezchuan Küche hat den Ruf doch eher etwas "würziger" zu sein. Die genaue Bedeutung bzw. die chinesische Interpretation von "etwas würziger" sorgte für eine Menge Diskussionsstoff.
Auch hier das übliche Bestellproblem -> nix in Englisch, aber immerhin Bilder vom Essen. 



Wie so oft hatten wir neben Susanna, die Kantonesisch und Mandarin spricht (lesen kann sie das auch!!!) Unterstützung von Emily. Sie spricht prima Englisch und zusammen mit Lucy ist sie einer unserer abv-Babysitter. Damit uns in China nichts passiert. Hier ist Emily und ihre non-verbale Version von: Ich möchte bitte nicht auf dieses Foto!


Nachdem wir dann bestellt hatten, bekam "würzig" eine vollkommen neue Dimension. Dan und seine Nudeln wurden keine wirkliche Liebes-Beziehung. Auf diesem Foto hat er noch nicht geweint... das kam erst später, aber darüber decken wir den Mantel des Schweigens.



Nachdem uns allen mehr oder weniger der Dampf aus den ohren kam, haben wir unseren Freund Mukul angerufen. Er freut sich immer, wenn es was scharfes zu essen gibt. Sein Zitat: "Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt das Essen hier eine 7! Das ist prima gewürzt!" So sprach er und schlang vergnügt alles runter, nachdem wir uns die Schleimhäute in Mund und Magen mehr als erfolgreich weggeätzt hatten.
14 Mai 2011
Ausflugstag für das ganze Team: Es ging morgens um 7:00 Uhr los Richtung Tayyuan. Erst mit dem Taxi in Grüppchen zum Bahnhof und dann ab in den China ICE! Deutsche Rentner, die gerne immer in Fahrtrichtung fahren, wären begeistert von diesem Zug, weil man ganz spontan die Sitzreihen als Passagier ohne fremde Hilfe selber drehen kann. Ich stelle mir grade vor, was in einem deutschen Sackbahnhof bei Fahrtrichtungswechsel so abgehen würde.

Bahnhofshalle - voll!

"The happy gang"

ICE a la Chinoise


Der Zug hat auf der Fahrt immerhin auch die 250km/h Marke gestreift, kurz in der Walnusskapitale gehalten und dann waren wir nach knapp 75 min schon in Tayyuan. Irgendwie sah das auch nicht anders aus als in Shijiazhuang, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Wissen, daß man nicht braucht. Ausser irgendwann mal als Frage bei
"Wer wird Millionär?"


Und was ist hier jetzt anders als in Shijiazhuang?

Nach einem kurzen Besuch auf dem Bahnhofsklo - ja, man musste dafür sogar noch bezahlen - hatte das Thema Toilette im Team einen neuen Höhepunkt ereicht. Leider auf der "nach unten offenen Skala im unteren Bereich"
Das "Fröhliche Örtchen" von aussen - a "happy place"

Inneneinsichten in eine öffentliche chinesische Bedürfnisanstalt der gehobenen Kategorie;
umgangssprachlich auch Bahnhofsklo genannt


Es ist hier sicherlich von Vorteil zu erwähnen, daß es noch keine Geruchs-Blogging gibt, daß erspart einige grüne Gesichter in der Leserschaft. Mit einem Minibus haben wir dann eine ca 1,5 Std Fahrt nach Pingyao hinter uns gebracht. Entgegen der Unterbringung im Hotel - Mukul wohnt als einziger auf Etage 7 im Hotel - konnte er diesmal mit uns im Bus fahren und musste nicht, wie er selbst vorschlug, auf dem Dach sitzen. *g*
Mukul unter dem Dach - Nicht Karlsson auf dem Dach!
In Pingyao ging es durch eine endlose Gasse von Strassenhändlern mit dem ständig sich wiederholenden Angebot von Nippes oder essbaren "Kostbarkeiten". Auffallend waren die lockeren Waffengesetze, mit denen man in China konfrontiert wird. 
Handfeuerwaffe gefällig? Oder lieber ein Bajonett?

Irgendwann später erreichten wir dann doch noch die eigentliche Sehenswürdigkeit in "Pingyao Ancient City", eine Ansammlung von Courtyards. Das ganze Sammelsurium an identischen Gebäuden gehörte einer alten chinesischen Dynastie von Händlern. Man hatte seinen Reichtum durch Handel in der Mongolei (ob man die Mongolen wohl ordentlich über den Tisch gezogen hat?) erworben und dann weitere Geschäftszweige wie zum Beispiel Banken erschlossen. Leider hatte man es nicht geschafft sich zwischendurch auch mal einen neuen oder alternativen Architekten zu erschliessen. Alle Gebäude und Höfe sahen gleich, obwohl ich weiss das dort Unterschiede sein müssen. Diese Feinheiten scheinen sich einem Bewohner westlicher Hemisphären nicht so einfach zu erschliessen. 




Jäger der roten Laterne! Es sind genug für alle da!


Nebenbei viel die hohe Affinität zu roten Laternen auf - weder Amüsierbetriebe noch Besenwirtschaft. Na ja, Amüsierbetrieb war dann doch nicht so weit weg, als man uns erklärte, daß so eine rote Laterne angezeigt hat bei welcher Konkubine der Hausherr denn die antike Version der Tagessachau schaute oder schauen wollte. Da aber vor jeder Tür grade 2 Lampions baumeln, da muss eine Menge los gewesen sein... oder Viagra gab es schon vor ein paar hundert Jahren. 


Die Kommentare zu alledem lauteten jedenfalls: "...this is a totally new dimension of copy and paste..." oder "..this seems to be infinite...."
Zum Schluss gab es dann doch noch etwas anderes: Einen kleinen Tempel und einen netten Garten zum Erholen. 

Dann ging es zurück zum Bus und nochmal 45min weiter.... und schon waren wir in Pyxianya. Die Stadt beeindruckt durch ihre eindrucksvolle Stadtmauer, die von 2 Bronzewächtern gehütet wird. 

Du kommst hier nicht rein!


Und wird regelmässig von Horden von Touristen - hier haben wir tatsächlich auch 4 nicht-chinesische Touristen gesehen - bevölkert. 
Achtung! Bus gekommen!


In einem Kleingruppen-Elektro-Golfkart wird man durch die Stadt gegondelt und man behält bei Fahrstil und Gassenge besser sämtliche Körperteile und Taschen nahe bei sich.
Besonders gefährlich: Indische Golfkartfahrer mit Formel 1 Attitüde
Mukul S.
Nachdem ich durch investigatives Nachfragen ermitteln konnte wie der Ausflug für das dritte Wochenende in Xian aussehen würde ("Same as here?" "Yes, but bigger wall") war mein Entschluss zementiert: Ich fahre nach Shanghai am 3. Wochenende, wenn es sein muss auch allein. Muss aber nicht, da die Shanghai Gruppe mittlerweile auf 5 Personen angewachsen ist. *G*
Bevor wir in den Bus zurück nach Tayyuan stiegen, ging es nochmal auf einen "Happy Place". Manche sagen Toilette dazu, aber es war mal gar nicht happy. 2 Löcher im Boden mit einer Mauer drumrum. Und es kostete auch noch eine Gebühr. Gut daran war: es hatte kein Dach! So wurde man vom durchaus intensiven Odeurs nicht in Gefahr gebracht in eins der Löcher zu kippen, weil man Atemnot oder Schnappatmung bekam.

Ein Happy Place mit wenig Happiness!


Ebenfalls ein ungelöstes Rästel: Was tun die zwei da? Eine Geschichte zwischen Indien und Brasilien..???


Zurück in Tayyuan gaben wir uns einem typisch chinesischem Dinner hin: eine auch in der westlichen Welt bekannte Hühnerbrat-Systemgastronomie-Kette mit K am Anfang und C am Ende. Warum typisch chinesisch? Weil es das hier an jeder 2. Strassenecke gibt und man nicht auf englisch bestellen kann.
Zug zurück? Ja, aber erst in 90 min.... :-) Ein netter Umtrunk im Nobelhotel nebenan - es gab mal ein kaltes Bier dort und eine Toilette, fast wie zu Hause, vertrieben uns die Zeit bis zur Rückfahrt. Mr Moo Cool war so begeistert, daß er schon im seiner Bettstatt in die Hotelkachelage ziehen wollte: "Man! I could put my bed in there, it's so nice!" Am Ende ist er doch wieder mit uns zurückgefahren. ;-)

Noch ein paar Impressionen und interessante Schilder:
Mach' mal ein Feuer zur Warnung?
Da fällt mir nix mehr zu ein!
Don't have your children lost! 
Historische Stätten verlangen historischen Brandschutz!
Feuerlöscher würden nur stören!

Ob das Fahrzeug Überladung hat? Nö, warum?





Sonntag, 15. Mai 2011

Blogger geht wieder?

Aloha all Ihr Lieben!

Blogger geht wieder! Die letzten Tage war ich von der Aussenwelt abgeschnitten, zumindest hatte ich das Gefühl. Das die Online-Verbindung in unserem Motel Palast nur von wackeliger Konsistenz ist, die gelegentlich auch zur dauerhaften oder gar permanenten Abwesenheit (www interruptus continuum) neigt, ist das Team ja mitttlerweile gewohnt. Hier bekommen wir die harte Lektion zum Erlernen asiatischer Gelassenheit - manche Menschen würden auch von Gleichgültigkeit sprechen - beigebracht.

Das uns dann in den glorreichen kostbaren Minuten mit Zugang zur Welt ausserhalb Chinas auch noch die Fa. g**gle im Stich lässt war dann mehr als enttäuschend. Aber jetzt geht es wieder!

Da mich die ersten Beschwerden erreicht haben, was denn hier los sei, schreibe ich mal wieder ein paar Zeilen.

11 Mai 2011:
Morgens wurden wir von unseren "Klienten" am Hotel abgeholt und zu einem Planungsgespräch in die Uni gebracht. Wir hatten uns getraut, darauf zu bestehen uns das Gelände anzusehen, bevor wir dort vortragen sollten. Nach kleiner Teekunde - man muss "4 mal geniessen": den Rahmen (meint das zukünftige Behältnis des zu erstellenden Teegetränkes), den Tanz der Teeblätter beim Eingiessen, den Duft und zum Schluss den Geschmack des Tees. Letzterer wäre ganz nett gewesen, wenn man nicht dauernd die Blätter hätte auspucken müssen. Mögen denn Teebeutel auch nicht so toll für den Geschmack sein, wenn kein Teesieb da ist, sind sie eine geile Erfindung. Oder das war das 5. Geniessen: Kauen, auf den unerwartet im Mund landenden Teeblättern.

Campus Impressionen:





Hier die Eingangshalle zur "School of Economics and Business":

Und zum Schluss der Hörsaal, indem wir am 21 Mai vor den Master Studenten eine Präsentation halten sollen:


Mangels Internet Verbindung im Hotel und drigenden Bedarf an Download Kapazitäten haben wir das IBM Office ein Shijiazhuang aufgesucht. Ein kleine Bürofläche im 17. Stockwerk eines Hochauses, dafür aber nur 2 Blocks weit weg. Nachdem wir eingelassen wurden, trudelten nach und nach noch weitere Team Kollegen auf der Suche nach Bandbreite - die hier seltener ist als der heilige Gral - ein. Mit der Security Lady vor Ort konnten alle Ausweise freigeschaltet werden. Ausser meinem. Die deutsche Gründlichkeit hat mal wieder zugeschlagen - wir haben andere Ausweise als der Rest der Welt. Leider lässt der Ausweis technisch nicht zu, mich für die Lokation freizuschalten. Schade aber auch....

Dafür gab es eine schöne Aussicht:


Abends waren wir dann HotPot essen. Eine nette Spezialität, bei der in der Mitte des Tisches eine mächtige "Urne" versenkt wird, in der ein Feuer lodert. Aussen hat es eine Art Kranz, der mit Brühe gefüllt wird und die dann vor sich hin kocht. Dort hinein schmeisst man dann sein Essen und wenn man meint es sei gar, rein die Stäbchen und rausgefischt. Vorausgesetzt man findet dann das noch wieder, was man in die Brühe warf. Hat was von Fondue in XXL. Gekocht/Gegart wird alles, was entfernt irgendwie essbar ist (oder mal sein könnte/gewesen war). Dann mischt man sich aus ca 30-40 Zutaten noch eine nette, eigene Würzmischung, in die man das gekocht Essen eintunkt und dann verzehrt. Leider keine Fotos von mir, da ich zum Essen die Cam nicht mit dabei hatte.

Rede ich eigentlich zuviel vom Essen hier?

12 Mai 2011

Langsam wird es ernst und wir müssen noch schwer was an der Präsentation tun. Egal ob mit oder ohne Netzzugang. Mittags waren Dan und ich in der Shijiazhuang Version des Vai**ano! Nur lustiger...



Man kauft am Anfang eine Karte und lädt diese mit Guthaben auf. Danach wählt man an einer beliebigen Station sein Essen, es wird von der Karte ein entsprechender Betrag abgebucht und dann wird es frisch gekocht. Anbei ein kleiner Auszug aus der Speisekarte:

 


Nachdem die Bestellung gemeistert war, erhielten wir zu unserer Überraschung folgendes hier:


Wirklich überraschend war nicht, was wir bekamen, sondern das es echt gut geschmeckt hat. Mangels englischer Speisekarte, Beschreibung geschweige denn Fotos (der bestellbaren Essen) hatten wir sowieso keinen Plan, was wir denn überhaupt bestellen. Im Endeffekt gab es ein vegetarisches Reisgericht mit Pilzen und Paprika, einmal Huhn mit Reis und etwas Chili und ein paar Schweinefleisch Gemüse Taschen (Dumplings). Das ganze Mahl inkl Getränke war zum rekordverdächtigen Preis von 3 Euro zu haben.

Am frühen Abend sind wir dann zum Einkaufen in ein lokalen Supermarkt französischer Abstammung gefahren. Das man hier dem Taxi Lenker die Adresse auf chinesisch zeigen soll, hatten wir alle im Griff. Einfach den Werbeprospekt vom letzten Einkauf mitgenommen und fröhlich dem Chauffeur unseres Vertrauens gezeigt. Tja... ein Taxi kam an... das andere auch.... aber leider erst 20 min später und zum 4 fachen Preis. Die können hier nicht nur kein englisch, sondern auch ihre eigene Schrift nicht lesen. Obwohl sauber im Prospekt gedruckt. Das man trotzdem hier frei Auto fahren lässt, wundert dann aber doch nicht.
Der Verkehr ist so eine Sache.... Die Markierungen auf der Strasse sind wohl nur da, weil niemand weiss was man sonst mit der Farbe machen sollte. Signalwirkung oder ordnenden Charakter haben die Hinweise zum Fahrverhalten keine. Auch die Ampeln sind scheinbar eher als Lichtorgel gedacht, für den Fall das jemand die Kreuzung mal für eine 70er Jahre Discoparty misbrauchen will. Dürfte die kürzeste aller Parties werden, da die Teilnehmer ziemlich zügig von irgendwas überfahren werden dürften - besonders diejenigen die zu Fuss dabei sind. Die einzige gültige Verkehrsregel scheint zu lauten: Das größere Fahrzeug hat immer Vorfahrt. IMMER! OHNE AUSNAHME! Egal was die Ampel zeigt -> Fussgänger sind fast Freiwild, weil sie keine Räder und Motoren haben. Und wenn grade keine Fahrspur Platz für mich hat, dann annektiere ich halt die Gegenfahrbahn.... besonders spannend, da man das auch auf Autobahn-ähnlichen Strassen beobachten kann. Dirty Harry hätte seinen Spass gehabt!

Ach so... zurück zum Einkaufen.... das ging ganz gut und der Supermarkt war schön ausgestattet. Schön ausgestattet hatten dann auch wir uns... :-) Somit haben wir jetzt immer einen Schlummertrunk im Haus und sind nicht vom hiesigen Verkaufsautomaten mit undefinierbaren Getränken angewiesen...

Bis bald....



Dienstag, 10. Mai 2011

Auf nach Shijiazhuang…

08 Mai 2011 - Abfahrt in Beijing - auf nach Shijiazhuang

Sonntag morgen sind wir nach Shijiazhuang gestartet – dem eigentlichen Ort unseres IBM CSC Einsatzes. Der Ort hat knapp 10 Milionnen Einwohner, liegt ca 300km südwestlich von Beijing und in der Provinz Hebei.

Die Fahrt dauerte fünf Stunden und bei Abfahrt in Beijing war das Wetter nur diesig. Während der Fahrt ging das ganze in Regen über. Aber wie man auf dem folgenden Foto sieht war die Busfahrt ganz bequem und es gab reichlich Spass im Bus.



Nach knapp 2,5 Std machten wir an einer chinesischen Autobahraststelle halt und das war – bis auf die „Hocktoilette“ – eigentlich nicht anders als bei uns in Deutschland.



Als wir in Shijiazhuang ankamen wurden wir auf dem Laufband vom Hotel sogar persönlich begrüsst. Die Freude darüber war spätestens beim Aussteigen weg: es war kalt und hat geregnet.



Das Motel ist sauber und praktisch – alle bis auf Mukul – wohnen auf einem Stockwerk. Es entwickelt sich zu einer „Open Door“ Etage. Jeder lässt seine Tür offen, wenn er im Hotel ist und es ist wie eine grosse Wohngemeinschaft. Lediglich, dass die Zimmer keine Schränke oder Kommode haben ist der guten Laune etwas abträglich. Man weiss irgendwie nie wohin mit den Klamotten.





Abends gab es ein Welcome-Dinner von unseren abv-Gastgebern. Auch das war wieder excellent köstlich. Wenn man nach 4 Wochen zurück kommt wird man wohl Probleme haben in Deutschland in einem x-beliebigen China Restaurant zu essen. Und wir treiben jedem Lokal den Schweiss auf die Stirn, mit dem Sammelsurium an Allergien und vegetarischen Wünschen, um allen Teamkollegen gerecht zu werden. Störend ist immer nur das warme – auf Zimmertemperatur servierte – Bier.

09 Mai 2011

Nach der ersten Nacht ging es morgens um kurz nach 6 in der Frühe für Duli und mich in den Park auf der anderen Strassenseite, um dort den Chinesen beim Frühsport zuzuschauen und mit den Spaziergängern ein paar Runden zu laufen. Es ist erstaunlich, was um die Uhrzeit im Park los ist – Fotos werden folgen. Tai Chi, Turnübungen, Federfussball, Jogger, Badminton und sogar eine Art „Aerobic“ kann man dort sehen – und unglaublich viele Menschen.

Das Hotel gibt sich alle Mühe und hat neben Kaffee für uns „Langnasen“ auch etwas Honig – ab morgen auch Marmelade – und Toastbrot organisiert. Dann kam die spannende Überrraschung – alle Websites ausserhalb China waren nicht mehr zugänglich und wir schwitzten alle wie die Irren, um unsere Vorstellungs- Präsentationen für die „Clients“, welche wir am Nachmittag halten sollten, fertig zu bekommen.

Shijizhuang Working Style!

Um 13:30 Uhr ging es dann los – ab in die Taxis und auf zur Vorstellungsrunde. Grosser Saal, eine IBM CSC Gruppe und eine Menge chinesischer  „Kunden“ für die Projekte.
Alles lief dann prima und reibungslos ab und man kam danach mit seinem „Kunden“ in Grüppchen zsuammen und besprach den ersten Fahrplan, wie es weitergehen sollte.

Dan und ich haben ziemlich viel Glück – die Vertreter der University of Hebei School of Economics sprechen gut englisch und wir werden wohl nicht auf einen Übersetzer angewiesen sein.


Allerdings überraschte man uns mit einem ziemlich toughen Fahrplan – wir sollen am nächsten Montag bereits die ersten Präsentation halten. Das wird eine Menge Arbeit.

Am Nachmittag und Abend nutzten wir noch mal die Gelegenheit, dass ein Freund von Dan in der Stadt war, der hier schon mal 2 Jahre gelebt hat. Er führte uns noch ein wenig herum und nahm die ganze Gruppe mit in ein ganz tolles und wieder superleckeres Restaurant. Wenn das so weitergeht, werde ich hier auf der Tour erstmals in Asien wohl zunehmen.



10 Mai 2011

Gestern habe ich mir irgendwie das Knie etwas verdreht – es will nicht so wie ich will und tut tierisch weh. Nur bin weder gestolpert noch sonst was. Seltsam. Statt joggen als wieder nur Sparziergang im Park.
Auch heute wieder der nächste Internet-Schreck – wieder kein Zugang in die Welt nach 10:30 Uhr. Ab und zu mal für ein paar Minuten, wenn man den richtigen Moment trifft. Das ist bitter für unser Projekt, da wir auf Zugang zum www und das IBM Intranet angewiesen sind.
Alle CSC Teilnehmer bekommen anscheinend Projekte, die irgendwie ausserhalb ihres eigentlichen Fachgebietes liegen und man muss somit massiv recherchieren. Es gab den klugen Rat möglichst viel Material mitzunehmen, aber aus den Projektbeschreibungen war leider nicht wirklich der Scope der Aufgabe ersichtlich. Dan und ich wurden davon überrascht, dass wir für Undergraduates und Masters aus dem Bereich HR präsentieren sollen.
Das hatte niemand auf der Landkarte und somit haben wir auch kein Material zur Hand. Ohne Internet sind wir aufgeschmissen.

Aufgrund der Zwangspause haben wir uns dem Thema „Local experience“ zugewandt und haben zur Mittagszeit das Hotelumfeld auf der Suche nach Essbarem durchforstet.


Schliesslich sind wir nicht hier um bei KF* oder M*Ds zu essen. Und siehe da: Mukul und ich haben eine „Delikatessen“ – Gasse entdeckt, getestet und für gut befunden. Es gab ein Art frisch gebackenen Minifladen gefüllt mit einem Spiegelei und gebratenem Gemüse. Das ganze hat 3 Yuan (0,30 Euro) gekostet und schmeckte herrlich. Dort werden wir in den nächsten Wochen wohl noch ein paar lokale Köstlichkeiten testen.


Und immer wieder sehen wir hier einheimische „Fashion Addicts“, die unseren Augen eher den Begriff „Fashion Accident“ verdienen. Immerhin haben wir dabei eine Menge Spass. J


Morgen früh werden wir abgeholt und schauen uns die Uni an und können dann weitere Details, Inhalte und Termine mit unseren Gastgebern absprechen. Danach werden wir wohl zur IBM Niederlassung in Shijiazhuang fahren und dort unser Internet-Glück versuchen. Evtl klappt es ja dort…..

Zum Schluss noch Impressionen vom heutigen Dinner mit pinkfarbenen Süsskartoffeln.....



Samstag, 7. Mai 2011

Immer noch Beijing....

Am Freitag kam ein ziemlich müder Thiago aus Brasilien in Beijing an. Nach 34 Std Reisezeit mit nur 5 Std Schlaf. Trotzdem zog er mit Susanne und mir los, um sich die "Verbotene Stadt" anzusehen.

Die "Verbotene Stadt" war ziemlich überfüllt, aber man kommt sich mit nicht-chinesescher Abstammung sehr seltsam vor. Man ist ein echter Exot - ich hätte mit mehr westlichen Touristen gerechnet, aber dem ist gar nicht so. Irgendwie war das ein Beijing-Disneyland....


Am Abend haben wir uns im Hotel in größerer Runde zusammen gefunden - es stiessen noch Mukul, Shruti, Andrea und Duli dazu. Der Dad von Andrea hatte ein Peking Enten-Essen für uns in einem ganz hervorragenden Restaurant namens "DaDong" organisiert. Dort soll - und wir wurden nicht enttäuscht - die beste Peking Ente geben. Mit ein paar Nebengerichten wie Gänse-Leber-Pate, gebratenem grünem Spargel und noch ein paar anderen Köstlichkeiten haben wir den Abend  verbracht. Leider keine Fotos von mir, da ich mal ohne Cam unterwegs sein mochte. Der Rückweg wurde mangels Taxi eine U-Bahn-Fahrt, die uns über eine Stunde Fahrzeit einbrachte. Die Züge waren wohl aus dem Takt und kein Anschluss passte... das war echt übel.

Heute morgen war das Team dann fast komplett - Carlos aus Brasilien und Denis aus Frankreich stiessen zu uns. Dan war noch mit seiner Frau unterwegs und Susanna aus Kanada hatte Probleme mit dem Flieger....
Und auf ging es zur "Grossen Mauer" - was sich als chinesisches Disneyland 2 entpuppte. Vollkommen überfüllt!

Hier das fast komplette Team auf der grossen Mauer:

Von links nach rechts: Mukul (Indien), Shruti (Indien), Thiago (Brasilien), Susanne (Österreich),
Andrea (USA), Denis (Frankreich), Duli (USA) und Carlos (Brasilien)


Die Herausforderung des Tages war die erste eigene Bestellung von unserem Mittagessen in einem chinesischen Restaurant. Im Team gibt es eine Kollegen mit Allergie und ein paar Vegetarier. Ohne Zutatenliste oder englische Speisekarten hat sich das als Hürde erwiesen, an der wir als Team noch arbeiten müssen. ;-) Es war auf jeden Fall ein ganz schöner Auflauf im Restaurant:


Danach haben wir noch ein Ming-Grab besichtigt. Man bewirft die Gräber heute noch mit Geld, und das in rauhen Mengen!

Am Abend gab es noch ein super leckeres Abendessen von abv. Hier muss ich dann noch ein paar Bilder von den Kollegen organisieren. Morgen geht es dann mit dem Bus nach Shijiazhuang - unserem eigentlichen CSC Ziel.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Endlich in Beijing......

Heute war mein erster Tag in Beijing. Ankunft morgens um 06:00 Uhr früh am Flughafen Beijing bei Regen. :-(

Das Hotel ist ganz nett, die Leute freundlich, aber irgendwie das Bad gewöhnungsbedürftig. Hat eher was von einem Aquarium im Zimmer oder etwas Rotlicht-Flair. Ganz wie man mag....


Die Reise selbst fing gnicht so toll an... das Taxiunternehmen hatte meine Reservierung verschlampt und ich musste mich mit meinem Trolley selber zur S-Bahn kämpfen. Am Flughafen endlich angekommen sagte mir die Dame von der Kranich-Linie, daß man zwar mein Gepäck nach China durchchecken kann, aber mir keine Bordkarten durchgehend ausstellen kann. Für den "Hoppser" Stuttgart -> München schon, aber dann müsste ich mich in München selber um eine Bordkarte für den Flug München -> Beijing kümmern. Herausforderung: 35 min zw Landung und Start.... Und überhapt wäre mein Koffer zu schwer. Ich solle noch, wenn möglich was rausnehmen und für den Rest 30€ pro KG Overload zahlen. Also... schweren Herzens meine Chucks im Flughafen Mülleiner entsorgt und mein Handgepäck vollgestopft - soviel wie rein ging. Danach war ein sehr netter Herr an der Gepäckabgabe und der war da dann doch etwas kulanter. Kein Zuzahlungen mehr. :-)
In München war die Kranich Linie dann ganz supernett und spendierte mir eine ganze 4er-Reihe und ich konnte den Flug nach Beijing dösend/schlafend ausgestreckt auf 4 Sitzen verbringen. Besonders angenehm dabei: Die Crew der China Air ist sehr nett und extremst locker gewesen. Andere Flugbegleiter westlicher Fluglinienen hätten sich da wohl einen Herzinfarkt zugezogen, bei dem was im Flieger ablief.

In Beijing wurde ich dann freundlich von einem Fahrer erwartet und mit einem netten Limousinchen aus Ingolstadt zum Hotel gefahren.Während des Eincheckens gab es die ersten Kontakte zu meinem Team-Mates, die schon in Peking angekommen waren. Mit Susanne ging es dann zum Frühstück und anschliessend die erste Runde durch Peking.... U-Bahn fahren, Platz des himmlischen Friedens, Hutong, Jade Insel mit weisser Pagode und die Shopping-Meile mit Snack-Gasse, die sich als Touri-Nepp entpuppte.


Vor der verbotenen Stadt hatte man mit Susanne wohl gerechnet und extra für Sie die Österreichischen Fahnen gehisst. ;-)


Dann haben wir noch eine Interior Design Company gefunden, die schon auf Ihrer Fassade für sich warb.. *hüstel* Ich glaube, ich häte die Kollegen nicht engagiert.

Das absolute Tages-Highlight heute war ein Kaufhaus/Shopping Mall mit einem wirklich ausgefallenem Namen:


Morgen geht es in die verbotene Stadt und wenn das Wetter und die Fitness mitspielt, hauptsächlich die von Thiago (er kommt morgen aus Brasilien an) - dann geht es noch zum Nachtmarkt.

Biba
tom

Dienstag, 3. Mai 2011

Der letzte Abend zu Hause ....

Soooooo! Endlich geht es los jetzt. Morgen früh um 09:30 Uhr holt mich das Taxi ab und auf mit der S-Bahn weiter zum Flughafen.
Das Schlimmste ist die komische Ungewissheit, daß man trotz aller Vorbereitungen und Checklisten was wichtiges vergessen haben könnte. Ferner die Unfähigkeit einen Koffer für 4 Wochen mit nur 20 KG zu packen. Auch die Entscheidung zw Hartschale und Nylon Trolley ist zugunsten des Trolley ausgefallen. Wenn er das nicht aushält, soll es in China günstig neue Koffer geben. :-) Die Kamera und das Notebook sind verstaut und alles weitere wird sich finden. Für einen schönen Tiefschlaf im Flieger zum Ausgleich der Zeitzonen hat die Apothekerin meines Vertrauens mir noch eine nette Schlafhilfe aus dem "Drogenregal" empfohlen und auch gleich parat gehabt.

Einziges Negativerlebnis bisher: Amazon hat den neuen 2011er Lonely Planet für China nicht rechtzeitig liefern können - trotz Vorbestellung und Erscheinungsdatum 1. Mai - sollte das gute Stück am 05 Mai bei mir eintreffen. Da bin ich leider schon in Peking. Nun hoffe ich auf den Buchladen am Flughafen Stuttgart, sonst wird es noch lustiger... 2 Tage Beijing ohne Reiseführer. Aber auch das kann einen alten Pfadfinder nicht schrecken. 

Jetzt hoffe ich noch auf einen guten Flug und werde mir noch ein Glas guten Rotwein gönnen.

Bis bald Ihr Lieben! Der nächste Post sollte dann aus China kommen...

Montag, 25. April 2011

Jetzt wird es ernst....

So... Ostern 2011... nur noch wenige Tage bis zum Abflug. Ich habe mich jetzt entschieden, das Blog in Deutsch zu führen. Die meisten Personen, die mein Blog lesen werden, werden die deutsche Muttersprache haben. Für alle, die etwas in englischer Sprache lesen mögen, gibt es jetzt ein offizielles Team China 13 Blog - ebenfalls bei Blogger.com. Hier der Link: http://cscchina13.blogspot.com (english team blog!)


Die Nervosität steigt und die ersten Pläne für die 2 Tage in Beijing nehmen ebenfalls Formen an. Das Team und das Teaming macht bereits große Fortschritte: So wie es aussieht werden wir als "Reisegruppe" die große Mauer besichtigen und als ersten Ausflug im Team organisiert bekommen.

Es stehen an: 4 Wochen ohne Family, eine noch etwas "schwammiges" Assignment und und und...

Wir werden sehen. Ich denke vor meinem Abflug werde ichnoch ein paar News rauslassen können.